Autokrise erreicht den Immobilienmarkt
Die Schwäche der Autoindustrie hinterlässt Spuren auf dem Immobilienmarkt. Das war bereits in den jüngsten Ergebnissen des Prohyp-Erschwinglichkeitsindex zu erkennen: In Wolfsburg, Ingolstadt oder Stuttgart hat die Erschwinglichkeit von Wohneigentum in den vergangenen beiden Jahren um 6 % zugelegt. Die wirtschaftliche Unsicherheit an den Auto-Standorten bremst also bereits die Nachfrage und damit die Kaufpreisentwicklung. Diese Entwicklung unterstreichen nun auch Auswertungen der Portale Immowelt und Immoscout24 für das Handelsblatt. Demnach gibt es einen starken Rückgang bei der Kaufnachfrage in den Auto-Städten: In Ingolstadt, dem Audi-Stammsitz, ging sie im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr in der Spitze um bis zu 22 % zurück, in Wolfsburg um 17 %. Bundesweit lag das Minus bei 12 %. Auch die Kaufpreise geraten der Auswertung nach unter Druck. Vor allem Verkäuferinnen und Verkäufer von Häusern in den großen Auto-Städten müssen ihre Erwartungen zurückschrauben; die Angebotspreise entwickelten sich im Jahresvergleich dort schwächer als im Bundesschnitt, in Wolfsburg gaben sie zuletzt sogar leicht nach. Die Nachfrage nach Mietwohnungen in den Auto-Städten ging im zweiten Quartal 2026 laut den Daten im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls zurück. Vor allem in Ingolstadt und in Stuttgart, wo Audi, Porsche, Mercedes und Bosch beheimatet sind, lag die Nachfrage deutlich unter dem Bundesdurchschnitt.
Verwendete Quellen
Handelsblatt: Autokrise – Hier geraten Mieten und Hauspreise unter Druck(öffnet in neuem Fenster)