IW-Studie – Eigenheime bleiben im Schnitt erschwinglich, mit großen regionalen Unterschieden

von Benjamin Hirsch, Unternehmenssprecher B2B-Geschäft/Baufinanzierung

Das Eigenheim bleibt im bundesweiten Durchschnitt bezahlbar. Der Erschwinglichkeitsindex für Einfamilienhäuser der Interhyp Gruppe in Kooperation mit dem Institut der deutschen Wirtschaft liegt aktuell bei 103 Punkten und damit auf dem Niveau des Vorjahres. Werte über 100 stehen für eine gute Erschwinglichkeit. Dass der Index trotz höherer Zinsen und gestiegener Preise stabil bleibt, liegt an den zuletzt kräftigeren Löhnen. Jörg Utecht, Geschäftsführer der Prohyp, spricht von einer Seitwärtsbewegung, viel Luft nach unten sieht er nicht. Auch IW-Ökonom Michael Voigtländer erwartet weder spürbar bessere Finanzierungskonditionen noch einen massiven Rückgang der Preise. Entscheidend bleibt die Lage. Die Erschwinglichkeit steigt, je weiter man sich von den großen Ballungszentren entfernt. In den Top-7-Metropolen liegt der Index bei 80 Punkten, im Umland bei 89, in den übrigen Kreisen dagegen bei 118. In München wenden Käuferinnen und Käufer im Schnitt 56 % ihres verfügbaren Haushaltsnettoeinkommens für die monatliche Rate auf, über alle sieben Metropolen sind es 44 %. Bemerkenswert ist, dass sich Abwarten vielerorts nicht ausgezahlt hat: In 251 der 400 Kreise ist die Erschwinglichkeit binnen eines Jahres gesunken.

Neben der Lage gewinnt die Energieeffizienzklasse an Bedeutung. Häuser der Klasse D kosten je nach Region 7 bis 11 % weniger als sehr effiziente Objekte der Klassen A+, A oder B. Für viele Kaufinteressierte kann das ein sinnvoller Mittelweg sein, mit niedrigerem Kaufpreis und besser kalkulierbarem Sanierungsrisiko als bei den schwächsten Klassen. Ob sich der Kauf rechnet, zeigt sich laut Utecht allerdings immer erst am einzelnen Objekt.