Refinanzierungsdruck steigt: Projektentwickler vor weiteren schwierigen Jahren
Nach den Insolvenzen von Pandion und Peters Development wächst die Sorge vor weiteren Ausfällen in der Immobilienwirtschaft. Experten sehen jedoch weniger eine neue Krise als vielmehr eine Fortsetzung der Marktbereinigung, die mit Zinswende, Baukostenanstieg und Preisrückgängen begonnen hat.
Viele Finanzierungen aus der Niedrigzinsphase müssen derzeit zu deutlich schlechteren Konditionen verlängert werden. Gleichzeitig sind Immobilienbewertungen gesunken und Banken vergeben Kredite vorsichtiger. Dadurch entstehen erhebliche Finanzierungslücken: Nach der im Handelsblatt zitierten Analyse wird für 2026 ein Refinanzierungsbedarf von mehr als 40 Milliarden Euro erwartet. Die daraus resultierende Finanzierungslücke wird auf rund 6,3 Milliarden Euro geschätzt.
Besonders Projektentwickler stehen unter Druck. Sie leiden unter fehlenden laufenden Einnahmen, geschmolzenen Eigenkapitalreserven und hohen Finanzierungskosten. Branchenexperten rechnen deshalb auch in den kommenden Jahren mit weiteren Restrukturierungen und Insolvenzen.
Von einem flächendeckenden Rückzug der Finanzierer kann allerdings keine Rede sein. Banken und alternative Kapitalgeber bleiben aktiv, finanzieren jedoch deutlich selektiver. Entscheidend sind heute belastbare Geschäftsmodelle, solide Kapitalstrukturen und wirtschaftlich tragfähige Projekte.
Verwendete Quelle
Handesblatt: Droht der Immobilienbranche die nächste große Pleitewelle?(öffnet in neuem Fenster)