Sanierung im Schnelldurchlauf: Kann das die Energiewende retten?
Millionen Wohngebäude in Deutschland müssten energetisch modernisiert werden, doch hohe Kosten, unklare Risiken und langwierige Baustellen halten viele Eigentümerinnen und Eigentümer von einer Sanierung ab. Der Bauingenieur Ronald Meyer will das ändern. Mit seinem Konzept des sogenannten „Sanierungssprints“ sollen umfassende Modernisierungen innerhalb von nur 22 Tagen abgeschlossen werden.
Der Ansatz basiert auf einer engen Abstimmung aller beteiligten Gewerke – von Energieberatung über Heizungsbau bis hin zu Solarinstallation. Statt nacheinander zu arbeiten, werden sämtliche Schritte präzise geplant und aufeinander abgestimmt. Ziel ist es, Leerlaufzeiten zu vermeiden, Prozesse zu beschleunigen und dadurch die Kosten zu senken.
Hintergrund ist die nach wie vor niedrige Sanierungsquote in Deutschland, die laut Meyer bei lediglich 0,7 % pro Jahr liegt. Um den Gebäudebestand langfristig zu erhalten und klimafit zu machen, wäre jedoch ein deutlich höheres Tempo notwendig.
Unterstützung erhält die Idee auch aus der Praxis: Handwerkerinnen und Handwerker berichten, dass standardisierte Abläufe bereits in anderen Branchen erhebliche Effizienzgewinne ermöglicht haben. Ob das Modell im großen Maßstab funktioniert, muss sich zwar noch beweisen. Der Ansatz zeigt jedoch, dass energetische Sanierungen nicht zwangsläufig monatelange Baustellen und schwer kalkulierbare Kosten bedeuten müssen.
Verwendete Quelle
Tagesschau: Durchsanieren in 22 Tagen(öffnet in neuem Fenster)