Wohnungsmangel bremst Deutschlands Wachstum
Der Wohnungsmangel entwickelt sich zunehmend zu einer Belastung für die deutsche Wirtschaft. Laut dem Bau-Monitor 2026 fehlen bundesweit derzeit rund 1,35 Millionen Wohnungen. Gleichzeitig ist der Wohnungsbau stark eingebrochen: 2025 wurden rund 84.600 Wohnungen weniger fertiggestellt als zwei Jahre zuvor. Nach Berechnungen des Pestel-Instituts führte dies innerhalb von zwei Jahren zu einem Umsatzverlust von rund 26,9 Milliarden Euro in der Bauwirtschaft. Das Bruttoinlandsprodukt fiel demnach um 0,6 Prozentpunkte geringer aus, zudem entgingen dem Staat rund sieben Milliarden Euro an Steuereinnahmen.
Die Folgen reichen jedoch weit über die Baubranche hinaus. Fehlender bezahlbarer Wohnraum erschwert es Unternehmen insbesondere in wirtschaftsstarken Regionen, offene Stellen zu besetzen. Menschen ziehen häufig nicht an einen neuen Arbeitsort, wenn sie dort keine passende und bezahlbare Wohnung finden. Gleichzeitig ist Deutschland angesichts des demografischen Wandels auf Zuwanderung angewiesen, die ohne zusätzlichen Wohnraum jedoch zunehmend ausgebremst wird.
Verbände fordern deshalb eine stärkere Förderung des Wohnungsbaus sowie vereinfachte Bauvorschriften, um den Wohnraummangel schneller zu bekämpfen.
Verwendete Quelle
Die Zeit: Studie: 1,35 Millionen fehlende Wohnungen bremsen Wachstum(öffnet in neuem Fenster)