Babyboomer-Immobilien lösen den Wohnungsmangel nicht

Benjamin Hirsch, Senior Pressesprecher, Prohypvon Benjamin Hirsch, Unternehmenssprecher B2B-Geschäft/Baufinanzierung

Die Hoffnung, dass frei werdende Häuser und Wohnungen der Babyboomer-Generation den Wohnungsmarkt spürbar entlasten, erfüllt sich laut einer neuen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag des Verbands der Sparda-Banken kaum. Die Forschenden haben auf Basis des Zensus 2022 alle 400 Landkreise und kreisfreien Städte ausgewertet und das latente Angebot älterer Eigentümerhaushalte der Nachfrage von Mieterhaushalten zwischen 30 und 44 Jahren gegenübergestellt. Bundesweit liegen beide Gruppen mit jeweils rund 5,3 Millionen Haushalten etwa gleichauf. Ein massiver Angebotsüberhang ist also nicht in Sicht. Entscheidend ist das regionale Ungleichgewicht. Rechnerische Überhänge an Wohneigentum gibt es vor allem in kleineren, ländlich geprägten Regionen, während die Nachfrage in Großstädten und wirtschaftsstarken Zentren deutlich höher ist. Selbst wenn das direkte Umland einbezogen wird, reicht das Angebot in 34 von 70 untersuchten Großstädten nicht aus. Hinzu kommt, dass ältere Menschen selten umziehen. Hohe Erwerbsnebenkosten und fehlende kleinere, barrierearme Alternativen erschweren den Wechsel, obwohl 37 % der Eigentümerhaushalte ab 65 ihre Wohnung als zu groß empfinden. Der Verband der Sparda-Banken fordert deshalb niedrigere Erwerbsnebenkosten und bessere Finanzierungsbedingungen.