160.000 Wohnungen: Berlin plant den großen Eingriff

Benjamin Hirsch, Senior Pressesprecher, Prohypvon Benjamin Hirsch, Unternehmenssprecher B2B-Geschäft/Baufinanzierung

In Berlin sollen rund 160.000 Wohnungen großer Immobilienkonzerne in Landesbesitz übergehen. Die Pläne einer von der Linken geführten Regierung mit Grünen und SPD wären bundesweit einmalig. Seit der Berlinwahl warnen Vertreterinnen und Vertreter der Immobilienbranche vor möglichen negativen Folgen für den Markt. Besonders deutlich reagiert der schwedische Immobilienkonzern Heimstaden: Angesichts der Vergesellschaftungspläne hält das Unternehmen weitere Investitionen in Deutschland derzeit nicht mehr für möglich.

Bislang ist das Vorhaben im Sondierungspapier umrissen: Private Unternehmen mit mehr als 10.000 Wohnungen sollen ihre Bestände oberhalb dieser Schwelle in öffentliches Eigentum überführen, die Entschädigung soll auf 16 Milliarden Euro begrenzt werden. Ein entsprechendes Gesetz soll Mitte 2028 vorgelegt werden und ein Jahr nach seiner Verkündung greifen.

Für die meisten privaten Vermieterinnen und Vermieter dürfte der direkte rechtliche Effekt damit gering sein: Die Schwelle von 10.000 Wohnungen ist so hoch angesetzt, dass selbst größere private Bestandshalter in der Regel nicht betroffen sind.