Gebäudetyp E verzögert sich
Der Gebäudetyp E soll schnelleres, günstigeres und zugleich rechtssicheres Bauen ermöglichen. Bauherren sollen von kostspieligen Komfort- und Ausstattungsstandards abweichen können, sofern die gesetzlichen Anforderungen an Qualität und Sicherheit erfüllt bleiben. Doch obwohl der Referentenentwurf bereits fertig sein soll, steckt er mehr als zwei Monate nach seiner Ankündigung weiterhin in der regierungsinternen Abstimmung. Bauministerin Verena Hubertz dämpft deshalb die Erwartungen an eine schnelle Umsetzung.
In der Bau- und Immobilienwirtschaft wächst der Unmut. Die Branche sieht im Gebäudetyp E einen wichtigen Hebel gegen die hohen Baukosten. Nach Schätzung der Bundesarbeitsgemeinschaft Immobilienwirtschaft könnten diese um bis zu 25 Prozent sinken. Aktuell liegen die durchschnittlichen Bauwerkskosten dem Bericht zufolge bei rund 4.500 Euro pro Quadratmeter. Daraus ergeben sich rechnerisch Mieten von mindestens 20 Euro pro Quadratmeter.
Im Kern geht es um mehr Rechtssicherheit: Abweichungen von technischen Standards, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen, sollen nicht automatisch als Baumangel gelten.
Für Investoren ist eine zügige Regelung daher entscheidend. Ohne niedrigere Standards und verlässliche Rahmenbedingungen dürfte es schwierig bleiben, neuen Wohnraum zu wirtschaftlich tragfähigen Konditionen zu bauen und zu finanzieren.
Verwendete Quelle
Handelsblatt: Gesetzentwurf für einfacheres Bauen verzögert sich(öffnet in neuem Fenster)