Immobilien in Deutschland wieder günstiger


Der deutsche Immobilienmarkt zeigt weitere Anzeichen einer Abkühlung. Zwar sind die Preise für Wohnimmobilien im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum nominal leicht gestiegen, doch unter Berücksichtigung der Inflation ergibt sich ein anderes Bild: Real, also gemessen an der Kaufkraft, sind Wohnimmobilien heute weniger wert als vor einem Jahr, wie der Greix-Kaufpreisindex vom Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW) zeigt. Demnach lagen die inflationsbereinigten Preise für Eigentumswohnungen 2,1 %, für Einfamilienhäuser 0,7 % und für Mehrfamilienhäuser 5,9 % unter dem Vorjahresniveau.

Die Entwicklung verdeutlicht, dass die Preissteigerungen am Immobilienmarkt deutlich an Dynamik verloren haben. Gleichzeitig werden inserierte Kaufpreise wieder häufiger nach unten angepasst – ein Indikator, der in der Vergangenheit regelmäßig auf eine nachlassende Preisdynamik hingewiesen hat. Regional zeigt sich jedoch kein einheitliches Bild: Während die Preise in einigen Städten wie Düsseldorf, Bonn oder Münster weiter zulegen, verzeichnen andere Standorte Rückgänge. Für Kaufinteressierte verbessert sich damit die Situation leicht. Immobilien sind gemessen an der Kaufkraft wieder etwas günstiger geworden, während Eigentümerinnen und Eigentümer trotz nominaler Wertsteigerungen real Kaufkraftverluste hinnehmen mussten. Der Greix-Kaufpreisindex des IfW basiert auf mehr als zwei Millionen notariell beglaubigten Transaktionsdaten und gilt als wichtiger Gradmesser für die Entwicklung des deutschen Wohnimmobilienmarktes.


Verwendete Quelle

Der Spiegel: Immobilien in Deutschland laut Kieler Forschern wieder günstiger(öffnet in neuem Fenster)