Colliers-Wohnungsmarktbericht 2026: Weniger Neubau, mehr Haushalte
von Benjamin Hirsch, Unternehmenssprecher B2B-Geschäft/BaufinanzierungDer Wohnungsneubau sinkt auf den tiefsten Stand seit 13 Jahren. Laut dem Colliers-Wohnungsmarktbericht 2026 entstanden 2025 rund 206.600 Wohnungen, für 2026 erwartet das Beratungshaus ein weiteres Minus von 10 % auf etwa 185.000 Einheiten. Die Nachfrage wächst dagegen: Bis 2040 sollen allein in den 50 größten Städten rund 408.400 zusätzliche Haushalte entstehen. Die Baugenehmigungen legten 2025 zwar wieder zu (+10 % auf 238.500), eine Trendwende sieht Colliers darin aber noch nicht. Die Folge ist ein anhaltender Nachfrageüberhang, der die Mieten weiter treibt: In den Top-7-Städten stiegen die Angebotsmieten für Bestandswohnungen um 2,5 % auf im Schnitt 16,75 Euro pro Quadratmeter. Am Investmentmarkt floss 2025 wieder mehr Kapital, das Volumen stieg um 6 % auf 44,6 Milliarden Euro. Die Entwicklung verlief aber zweigeteilt: Bei Wohn- und Geschäftshäusern legte das Volumen um 13 % zu, das institutionelle Segment gab dagegen um 14 % nach. Weil sich die Finanzierungsbedingungen verschärft haben, zogen die Renditen um 25 bis 30 Basispunkte an; für junge Bestandsobjekte in den Top-7-Städten lag die Spitzenrendite zur Jahresmitte bei 4,1 %. Entscheidend sei heute weniger die grundsätzliche Bereitschaft zu investieren als die Frage, welche Objekte unter den aktuellen Bedingungen wirtschaftlich tragfähig seien, so Colliers-Geschäftsführer Florian Tack.
Verwendete Quelle
Cash.Online: Weniger Neubau, mehr Haushalte: Colliers-Prognose zum Wohnungsmarkt(öffnet in neuem Fenster)