Vergesellschaftung: Studie warnt vor einer Verschärfung der Mietenkrise

Benjamin Hirsch, Senior Pressesprecher, Prohypvon Benjamin Hirsch, Unternehmenssprecher B2B-Geschäft/Baufinanzierung

In Berlin wird nach dem Wahlsieg der Linken am 20. September wieder über die Vergesellschaftung großer Wohnungsbestände diskutiert. Ein neues Gutachten des Kiel Instituts für Weltwirtschaft (IfW) kommt zu einem klaren Ergebnis: Eine Vergesellschaftung würde den Mangel an bezahlbarem Wohnraum nicht lindern, sondern verschärfen. Denn bei einer Vergesellschaftung wechselt nur der Eigentümer, das Gesamtangebot bleibt gleich. Studien-Mitautor Jonas Zdrzalek bringt es so auf den Punkt: „Entscheidend ist nicht, wem die Wohnungen gehören, sondern ob neue dazukommen.“ Würde man die für Entschädigungen nötigen Milliarden stattdessen in den Neubau stecken, ließen sich bis 2045 gut 70.000 zusätzliche Wohnungen schaffen. Wirtschaftliche Risiken wie Leerstand, Mietausfälle oder Instandhaltung verschwinden zudem nicht, sie verlagern sich lediglich auf die Steuerzahlenden. Hinzu kommt die Belastung für den Landeshaushalt: Der Verkehrswert des untersuchten Bestands liegt bei rund 40,2 Milliarden Euro, und selbst eine Entschädigung unterhalb dieses Werts würde Berlins Schuldenquote erhöhen und könnte die Finanzierungskosten des Landes beeinflussen. Für Investorinnen und Investoren ist vor allem das Signal wichtig: Wo Enteignung droht, sinkt die Bereitschaft, in neuen Wohnraum zu investieren.